Klimafreundlich mobil Hamm

04.02.2019 – Radwegeerneuerung kein Thema

12 Mio. Investitionen in Straßenerneuerung…

… und nur 150.000 € für die Radwegeerneuerung. Bei einem Anteil von 19% im gesamtstädtischen Verkehrsaufkommen bleibt der klimafreundliche Radverkehr mal wieder bei den Auto orientierten Sanierungen der Straßen außen vor. Selbst wenn man die 4,5 Mo. € für die Friedrich-Ebert- und Hammer Straße abzieht (da an diesen Straßen auch die Radwege erneuert werden) bleibt das eklatante Missverhältnis bestehen. 150.000 € entsprechen gerade einmal 1,24% der Gesamtinvestitionen bzw. 2,0% ohne das zuvor genannte Großprojekt in Bockum-Hövel. „Die Förderung des Rad- und Fußverkehrs bleibt auf der Strecke!“, so Siegbert Künzel, GRÜNER im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr.

Besonders deutlich wird diese wenig zukunftsweisende Politik bei der Sanierung der Lippestraße. Fast 800.000 € kostet die Sanierung der Fahrbahn, für die die Anwohner*innen auch noch 30% der Kosten berappen sollen. Die Erneuerung der Gehwege oder die Anlage eines Radweges bzw. einer Fahrradspur sind nicht Gegenstand der Baumaßnahme. „Da werden dann hinterher wieder Fahrbahnmarkierungen nach dem heutigen Status Quo aufgetragen – und das war‘s dann“, ärgert sich Künzel. Radfahrer*innen Richtung Osten, z.B. zum Niederwerrieser Weg und Schloss Oberwerries müssen dann wie bisher die Mehrzweckstreifen benutzen, die aber immer wieder von parkenden Fahrzeugen, manchmal sogar LKWs genutzt werden. Der Gehweg darf mitgenutzt werden, da an dieser Straße die Radwegebenutzungspflicht aufgehoben wurde. Dank der schlechten Öffentlichkeitsarbeit der Stadt wissen aber die meisten Verkehrsteilnehmer*innen darüber nicht Bescheid. Und: Der Bürgersteig hat als „kombinierter“ Fuß-Radweg natürlich nicht die ausreichende Breite. „Gefährliche Situationen für umweltbewusste Radfahrer*innen sind also vorprogrammiert“, weiß Künzel aus eigener Erfahrung. Gleiches gilt natürlich auch Richtung stadteinwärts bis zur Schleuse.

Wie die verkehrliche Erschließung der geplanten Neubausiedlung auch für klimafreundliche Verkehre optimiert werden kann – z.B. für die Nahversorgung –  wird überhaupt nicht thematisiert.