08.05.2019 – Finke: Die Geier sind an der Reihe

Warum machte Finke in 2017 und 2018 Millionenverluste? Weil der Wettbewerbsdruck im Möbelmarkt zu hoch ist. Es gibt zu viele Möbelmärkte zu nah beieinander. Es war definitiv ein Fehler, in Rhynern an der A2 ein weiteres großes Möbelhaus anzusiedeln. Der Bedarf ist nicht da. Das galt für Finke, aber das gilt auch heute für Höffner.

Allein deshalb versucht Höffner nun, den Standort von einem reinen Verkauf- zum Logistikstandort umzubauen. Es beginnt mit der Schließung eines der beiden bestehenden Gebäude und seinem Umbau zur reinen Warenausgabe. Ein weiterer Schritt ist der Bau eines Hochregallagers, was in seinen Dimensionen noch den Monsterbau von Edeka übertrifft. So viel, wie dieses Lager in sich birgt, kann an diesem Standort gar nicht verkauft werden! Das Ziel ist klar: Auch das letzte Verkaufshaus scheint in Zukunft einer Lagernutzung preisgegeben zu sein. Dann hat Höffner am Standort Hamm nicht mehr – aber auch nicht weniger – als ein reines Logistikzentrum, verkehrsgünstig gelegen an der A2. Angesichts der großen Konkurrenz erscheint dies aus Sicht Höffners verlockend.

Übrigens: Es gibt keine Garantie, dass Höffner den Standort nach einem Neubau des Hochregallagers behält. Finke hat den Boden für den Bau eines dritten Gebäudes bereitet. Höffner realisiert das Gebäude. Wer kommt danach?

Mit Höffner zeigt sich wieder einmal, wer in Hamm Politik macht. Nicht die Politiker, nicht die Verwaltung, sondern die Konzerne steuern die Ansiedlungen. Sie bestimmen nicht nur, wo sie bauen wollen, sondern auch wie. 44 m hoch und 100 lang in diesem Fall. Die Grundstücke sind das Tafelsilber unserer Stadt. Und das lässt sich unsere Stadtregierung bereits seit geraumer Zeit abnehmen. Die Erpressung funktioniert immer gleich: Entweder die Politik stimmt zu oder der Standort wird aufgegeben.

Höffner ist genauso gut oder schlecht, wie jeder andere Logistiker, der im Fall der Aufgabe des Standorts durch Höffner – also danach kommen würde. Das Grundstück ist ein Filetstück. Eine Ansiedlung gelingt dort immer. Mit dem Verkauf des Grundstücks an Finke hat die Stadt Hamm aber ihr Mitspracherecht aus der Hand gegeben. Jetzt ist das Grundstück den Geiern überlassen und die schlachten es gerade aus……