09.03.2017 – Sachstandsbericht zum barrierefreien ÖPNV ohne Beteiligung der Bezirke

Auf 5 Seiten plus 4 Seiten Anhang (Maßnahmenliste) lobt sich die Verwaltung für ihre bisherige und geplante Arbeit zum barrierefreien ÖPNV. Als Mitteilungsvorlage dient diese allerdings nur der Information des Behindertenbeirates, des Sozial- und Gesundheitsausschusses und des Stadtentwicklungsausschusses.

Das ist den GRÜNEN in Hamm-Mitte zu wenig. Sie fordern die Verwaltung auf, diese Vorlage auch den Bezirksvertretungen zur Verfügung zu stellen. „Es sind schließlich die Kolleginnen und Kollegen in den Bezirksparlamenten, die von den Bürgerinnen und Bürgern angesprochen werden“, begründet der GRÜNE Bezirkspolitiker Siegbert Künzel den Vorstoß. Er verweist zudem auf die gute Ortskenntnis, die unbedingt Berücksichtigung finden sollte.

Kritik äußern die GRÜNEN u.a. am Umgang mit Hinweisen aus den Bezirken. Die Verwaltung habe in der letzten Sitzungsrunde einen entsprechenden Antrag auf Sanierung der Haltestellen Werler Straße/Lilienstraße abschlägig beantwortet. Nun tauche dieser Bereich erst gar nicht in der Maßnahmenliste der Verwaltung bis 2020 auf. Durch Verdrückungen im Asphalt kommt es zur Pfützenbildung und ein- oder ausfahrende Busse spritzen dann wohl oder übel das gesammelte Wasser auf den Gehweg.

„Eigentlich dachten wir, es ginge nicht schlimmer!“, verweist Künzel auf die stark genutzte Haltestelle Wilhelmsplatz (stadtauswärts). Dort konnte er als ÖPNV-Nutzer während eines normalen Regentages selbst erleben, wie sich auf der gesamten Länge eines Gelenkbusses in den Ausfahrungen und Verdrückungen vor der Haltestelle Wasser angesammelt hatte und bei der Ein- und Ausfahrt der Busse den Wartenden nasses Schuhwerk bescherte. „Eine Sanierung dieser Haltestelle ist erst ab 2020 (oder später) im Zusammenhang mit dem Straßenumbau Wilhelmstraße vorgesehen“, zeigt er sich erschüttert. Hier fordern die GRÜNEN eine kurzfristige Zwischenlösung!

Damit die Haltestellen uneingeschränkt funktionstüchtig sind, kümmern sich Stadtwerke und ASH gemeinsam um die Instandhaltung – so jedenfalls die Lyrik der Vorlage. Die Sicherung der Regenwasserableitung an Straßeneinläufen obliegt aber sicherlich dem Tiefbauamt – die in dieser Aufzählung vergessen wurden. Wieso solche Missstände nicht einfach untereinander kommuniziert werden, bleibt für die GRÜNEN rätselhaft.

Wer – wie die Verwaltung – behauptet, dass die Haltestellen die Visitenkarte des ÖPNV sind, der muss sich auch darum kümmern, dass wartende ÖPNV-Kunden und sonstige Gehwegnutzer nicht durch Wasserbashing belästigt werden – notfalls auch mit einfachen Sanierungen der Fahrbahnschäden und zwar kurzfristig!

AT Haltestelle Wilhelmplatz

AT zu MV 0139-17 Barrierefreier ÖPNV