10.09.2020 – Mahnwache zu den Zuständen in Moria unter dem Motto „Wir haben Platz!“

Die Flüchtlingshilfe Hamm e.V. organisiert morgen, 11.09.2020, ab 16:00 h am Willy-Brandt-Platz eine Kundgebung zu den Zuständen in Moria unter dem Motto „Wir haben Platz!“

Das Flüchtlingslager in Moria brennt. Erschreckende Bilder gehen um die Welt. Doch die Politik diskutiert gemächlich weiter darüber, wer nun  letztendlich wie viele Geflüchtete aufnehmen soll und vor allem darf.

Die Flüchtlingshilfe Hamm e. V. hatte in den vergangenen Monaten  bereits mehrfach auf die katastrophale Lage in den Flüchtlingslagern  an den griechischen Außengrenzen hingewiesen. Während es uns in  Deutschland gemessen an den Ausmaßen der Corona Pandemie im  internationalen Vergleich wirklich gut geht und wir anscheinend die  erste Welle relativ glimpflich überstanden haben, ist die Situation  für die schutzsuchenden Geflüchteten mehr als brisant. Während wir  hier in der Lage sind die sogenannten Risikogruppen – unsere Eltern  und Großeltern – durch Abstand, eingeschränkten Kontakt und das Tragen  einer Mund-Nase-Bedeckung zu schützen, begegnen die Menschen in diesen  Camps dem potentiell tödlichen Virus schonungs- und chancenlos, da  diese Maßnahmen dort nicht umsetzbar sind. Während wir hier eine  erstklassige medizinische Versorgung haben, sind die Menschen dort  sich mehr oder weniger selbst überlassen.

So kam es, wie es kommen musste: Corona hielt Einzug ins Camp und  selbiges wurde zu Quarantänezwecken abgeriegelt. Es ist unklar, wer  nun in Folge dessen die Brände angestiftet hat, seien es die  Geflüchteten selbst oder die Anwohner – in beiden Fällen ist es auf  jeden Fall eines: Ein aus maximaler Verzweiflung entstandener Hilferuf.

Martin Kesztyüs, Vorsitzender der Flüchtlingshilfe Hamm e. V.: „Ich  denke und hoffe, dass wir als Flüchtlingshilfe nicht die einzigen  sind, die sich gerade fragen was noch alles passieren muss, bis den in  Moria eingesperrten Flüchtlingen endlich geholfen wird. Jeder sollte  über ausreichend Empathie verfügen, um sich ausmalen zu können wie  verzweifelt jemand sein muss, um letztendlich einen Tod in den Flammen  zu riskieren in der Hoffnung endlich rausgelassen zu werden aus dieser  Vorhölle. Dabei gibt es etliche Angebote zur Aufnahme von Geflüchteten  aus Moria hier in Deutschland, nicht zuletzt hat auch Hamm dies  zugesagt, und es wäre für Deutschland ein Leichtes einfach das gesamte  Lager aufzunehmen und auf die Bundesländer zu verteilen. Aktionen wie  „wir haben Platz“, wo symbolisch in entsprechender Anzahl leere Stühle  bereitgestellt wurden, zeigen, dass die Bevölkerung eine  unkomplizierte Aufnahme aller befürwortet. Daher ist es  unverständlich, dass die Politik in aller Ruhe diskutiert welcher  Staat nun wie viele Geflüchtete aufnehmen soll und wie sich das  gerecht verteilen ließe, als hätte man alle Zeit der Welt. Das wollen  wir nicht schweigend hinnehmen und rufen daher am Freitag, dem 11.  September ab 16 Uhr zu einer Mahnwache vor dem Hammer Hauptbahnhof  auf.“