10.10.2018 – Immer die alte Leier (Wohnungsmarkt)

Es ist immer die alte GROKO-Leier: beim Wohnungsbau in Hamm ist alles gut, schließlich kümmern sich SPD und CDU mit der Wohnbaulandinitiative um die Belange der Wohnungssuchenden mit kleinem Geldbeutel. Leider wird dieses Mantra regelmäßig von der Realität eingeholt. So machen die aktuellen Daten des Landesbetriebes IT NRW und der Landesbausparkasse deutlich, dass die Bautätigkeit in Hamm unter dem Durchschnitt der umliegenden Städte liegt (WA berichtete).

Karsten Weymann, Ratsherr und sozialpolitischer Sprecher seiner Fraktion, wird ebenso wenig müde, von der GROKO endlich Taten einzufordern. Mögliche Umbauten im Bestand sind nur marginal gegenüber den Neubauprojekten. Hier sieht Weymann noch jede Menge Potenzial – aber die fehlende Ansprache und Überzeugung der Eigentümer durch die Stadt Hamm. Und ein aktuelles, unter ökologischen und stadtklimatischen Aspekten abgestimmtes Baulückenkataster fehlt seiner Meinung nach auch. „Mindergenutzte Flächen und Gebäude gibt es in Hamm wahrlich genug – wenn man offenen Auges durch die Stadt fährt“, so Weymann.

Die Zahlen machen gleichzeitig deutlich, dass in Hamm immer noch mehr Wert auf die Entwicklung von Eigenheimen gelegt wird – immerhin 35% der 2017 errichteten Gebäude. Bei den Daten zu den 172 Einheiten in Mehrfamilienhäusern (54%) wird aus Sicht Weymann allerdings nicht deutlich, wie viele davon Sozialwohnungen waren. „Das Segment der Sozialwohnungen ist doch das Problem – und nicht irgendwelche Renditeobjekte im gehobenen Marktbereich, die natürlich die Baugesellschaften und Investoren freuen!“ ärgert sich Weymann.

Die von der GROKO formulierte Forderung nach 35% Sozialwohnungen bei Neubauprojekten sollte – so der GRÜNE Politiker – auch ernst genommen werden und in jedem Stadtbezirk umgesetzt werden. Ebenso sollten die Wohnungsbaugesellschaften, insbesondere die HGB als städtische Tochter angesprochen werden, um sich stärker zu engagieren.