12.02.2020 – Nitratbelastung des Grundwassers klären

„Aufregung um belastetes Grundwasser: Landwirte beklagen fehlerhafte Messungen“ war ein WA-Artikel im Nachbarort Bönen Mitte Januar 2020 überschrieben. Landwirte und CDU befürchten im Vorfeld einer neuen Düngeordnung [wohl im Sommer 2020] eine verordnete Reduzierung ihrer Düngemitteleinträge und damit Ertragseinbußen, so der Zeitungsbericht (WA Bönen, 23.01.2020)

Wir nehmen die Diskussion in Bönen zum Anlass, noch einmal die Thematik in Rhynern anzusprechen, da sie weiterhin ein Politikum von erheblicher Bedeutung offensichtlich auch in Rhynern ist. Allerdings stellt sie für den Laien auch wegen des Umfangs ein Problem dar.

In der BV-Sitzung vom 26.09.19 ist auf Antrag der CDU-Fraktion unsere Anfrage 1045/19 „Nitratbelastung in Rhynern“ von der TO wegen nicht vorhandenem Rhynernbezug abgesetzt worden.

Die Diskussion in Bönen bezieht sich offensichtlich auf Darstellungen, die unter „elwasweb.nrw.de“ (Auswertungswerkzeug zum Thema Grundwasser) einsehbar sind. In entsprechenden Karten findet sich eine Rotfärbung als Kennzeichnung für chemisch belastete Grundwasserkörper in einem breiten Streifen von Münster über Uentrop und Rhynern. Hinzu kommt, dass eine von zehn Messstellen in dem 150 km² großen Grundwasserkörper 278_15, zu dem auch Hamm gehört, hohe Belastungswerte aufweisen und in Rhynern liegen soll (s. o.g. Zeitungsbericht).

Wir bitten um die Beantwortung der folgenden Fragen:

  1. Entsprechen die Darstellungen des elektronischen wasserwirtschaftlichen Verbundsystems (elwasweb.nrw) aus Sicht der Verwaltung dem aktuellsten Stand? Wo liegt diese Messstelle in Rhynern? Welche Nitratwerte wurden dort gemessen? Gibt es weitere Auffällgikeiten bei anderen Parametern?
  2. Was bedeuten die Hinweise zum chemischen Zustand an der angesprochenen Messstelle „Grundwasser schlecht“ und „Zielerreichung unwahrscheinlich“? Können sich daraus u.a. für die Landwirtschaft in unserem Bezirk Konsequenzen ergeben?
  3. Wie viele Messstellen gibt es aktuell im Stadtbezirk Rhynern? Wie viele Messstellen bestehen mittlerweile nicht mehr? Aus welchen Gründen wurden dort die Messungen eingestellt? In welchen Tiefen werden die Wasserproben gezogen?
  4. Wo sind welche Messdaten transparent und barrierefrei einsehbar? Liegen der Verwaltung die Messergebnisse der zahlreichen Privatbrunnen im Stadtbezirk vor? Gibt es dort Auffälligkeiten, wie zuletzt im November 2017 vom Verein VSR-Gewässerschutz dargestellt?
  5. Wie und durch wen wird die Menge von Düngemitteln berechnet, um das Risiko der Verschlechterung der Nitrat- oder Ammoniumbelastung des Grundwassers aufgrund erhöhter landwirtschaftlicher Stoffeinträge zu verringern und das Ziel „guter Zustand“ des Grundwasserkörpers zu erreichen bzw. zu sichern?