12.10.2018 – B’tween: Schlimmer geht immer

Ein monumentaler Block soll nun einer Ritterburg gleich „B‘Tween“ in die vorhandene Bebauungsstruktur zwischen Ritterpassage-Ost und Ritterstraße hineingepfropt werden. Der Festungscharakter wird durch die „aufwendige, rautenförmige Fassadenstruktur“ unterstützt. Diese kann die Monotonie des mehrgeschossigen Baukörpers nur mildern und „verstecken“. Raum für attraktive Verweilzonen außerhalb des Neubaublocks ist nicht vorhanden, weil jeder Quadratzentimeter baulich genutzt werden soll.

Von den bisherigen Bildern her wirkt der Komplex sehr introvertiert wie das AlleeCenter. Transparenz und Offenheit zum Stadtraum verschwinden hinter dem rautenförmigen Vorhang mit Blick auf die Lochfassade der Obergeschosse.

Wie üblich wecken teure Bauinvestitionen auch Begehrlichkeiten, um das Umfeld aufzuhübschen. Die Ritterstraße mit dem Charme des Hinterhofs der Weststraße wirkt dabei wenig einladend für potentielle Neukunden außerhalb „B‘Tween“. Kein Wunder, dass die GROKO jetzt zur Attacke bläst!

Welches Ziel SPD und CDU-Antrag nun mit einem „neuen“ Konzept verfolgen, bleibt unklar, ebenso wie die Finanzierung dieser Zukunftsvision. Ohne Abriss von Gebäuden und einer attraktiven Fassadengestaltung der verbleibenden Gebäude kann eine bessere Anbindung an Weststraße und Westentor nicht geschaffen werden. Das war schon bei der Anbindung der „Ritterpassage“ so. Und das ist zumindest seit dem Städtebaulichen Rahmenplan auch weiterhin klar. Schon mit dem Rahmenplan von 2015 wurde für die Variante „Vollbebauung des „RitterCarrés“ eine Aufweitung der Rödinghauser Straße zur Weststraße durch Abriss des ehemaligen Mc Donalds Standortes vorgeschlagen.

Angesichts der Dominanz der neuen B’Tween-Angebote (die es so in Hamm noch nicht gibt) stellt sich zu Recht die Frage, in welchem Interesse diese neue Wegeverbindung sein wird: werden nun die letzten Kunden aus der Weststraße mit dem Überangebot an Friseuren und Telefonläden schnellstmöglich zu „B‘Tween gelenkt? Oder welchen Grund sollten Besucher und Kunden von Allee Center und B‘TWeen an der restlichen Innenstadt haben?

Ebenso wie für das Bahnhofsquartier stellt sich auch für die Fußgängerzone „Weststraße“ die Frage nach der zukünftigen Nutzungsstruktur. Von der guten alten 1A-Lage kann man heute nur noch träumen, aber angesichts der neuen Konkurrenz sind neue Ideen gefragt. Denn: schlimmer geht immer!