16.07.2021 – GRÜNE Gespräche decken Versorgungslücken auf

Die Mandatsträgerinnen von Bündnis 90/Die Grünen haben sich in den letzten Wochen intensiv mit frauenspezifischen Themen befasst und dazu verschiedene Träger und Einrichtungen zu Gesprächen in die Fraktion eingeladen. Ein Ergebnis ist, dass die GRÜNEN Frauen in Hamm den von Ministerin Scharrenbach im Landtag geforderten „NRW Pakt gegen Gewalt“ kritisch beurteilen. Nach Ansicht von Ratsfrau Petra Grünendahl und Christiane Stalleicken, Vertreterin im Ausschuss für Gleichstellungstellung und Vielfalt, orientiert sich das von der Ministerin vorgestellte Gesamtkonzept nicht an der Istanbuler Konvention. Wenn beispielsweise Männer und Frauen gleichzeitig als Opfer und Täter wahrgenommen werden, entspricht dies nicht der geschlechtsorientierten Perspektive von Gewalt, wie sie die Istanbul Konvention einfordert.

Frauen fehlen schon im Titel und werden auch im Gesamtkonzept nicht konkret genug benannt. Zudem widerspricht die von der Ministerin vorgeschlagene Zentralisierung einer bedarfsgerechten Versorgung und Organisation. Die Vermutung liegt nahe, dass die Ministerin Synergie-Effekte nutzen will, um Geld einzusparen. Ein weiterer Informationsaustausch zum „NRW-Pakt gegen Gewalt“ wird daher kurzfristig stattfinden.

Für die Einrichtungen in Hamm, die bei den GRÜNEN Gesprächen Einblick in Ihre Arbeit gegeben haben, zeigen sich nach Ansicht der GRÜNEN Mandatsträgerinnen deutliche Bedarfe, die finanzielle Situation zu verbessern.

Frauenhaus
Dass es immer noch Frauen gibt, die den Tagessatz, den Frauenhäuser erheben müssen, nicht zahlen können, ist für die Grünen ein deutliches Signal, hier Hilfestellung zu leisten. Zudem muss es Überlegungen geben, eine barrierefreie Wohnung einzurichten, um ein inklusive Hilfsangebot vorhalten zu können.

Gleichstellungsstelle
Die Gespräche mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Uta Weischenberg, ergaben, dass die Einrichtung eines überparteilichen Frauennetzwerkes sinnvoll ist, welches sich um die Belange von Frauen in der Stadt Hamm kümmert. Ein erstes Ziel sollte es nach Auffassung von Petra Grünendahl sein, die Infrastruktur für von Gewalt betroffene Frauen verlässlich und krisenfest abzusichern und die Umsetzung der Istanbul-Konvention in Hamm voranzubringen.

Frauenberatung- und Therapiezentrum
Das Frauenberatungs- und Therapiezentrum leistet seit vielen Jahren eine ausgezeichnete professionelle Arbeit in Hamm und unterstützt mit seinen allgemeinen beraterischen und therapeutischen Angeboten, Frauen und Mädchen ab 17 Jahren. Seit Mitte 91 besteht ein besonderes Beratungs-/Therapieangebot für Frauen, die als Kinder oder Erwachsene Opfer von sexualisierter Gewalt wurden. Ein Teil der entstehenden Sachkosten muss die Beratungsstelle allerdings selber tragen. Auch hier sind werden sich die GRÜNEN einsetzen, dieses für Hamm so notwendige Angebot zu unterstützen.

Ebenfalls zu Gast war die CARITAS Familienberatungsstelle, die ihr umfangreiches Angebot für Alleinerziehende, Familien und Kinder vorstellte. Das vernetzte und gebündelte Angebot an Familienberatung wird ergänzt durch die Fachkräfteberatung. Besonders zugenommen hat der Bedarf bei der Konfliktberatung im Bereich Alleinerziehend/Trennung/Scheidung.

Im weiteren Jahresverlauf wird die Ratsfraktion von Bündnis90/Die Grünen die Gespräche weiterführen, um Schutzlücken im Versorgungssystem frühzeitig ermitteln zu können und entsprechende Lösungsmöglichkeiten zu finden.