17.06.2020 – Aktive Maßnahmen gegen den Klimawandel: Wasser in die Stadt

Antrag:

Die Verwaltung prüft im Zuge der Umsetzung von Maßnahmen zur Anpassung der Stadträume an den Klimawandel die Möglichkeiten, den Aspekt „Wasser in die Stadt“ zu integrieren.

Zu berücksichtigen sind:

  • die Schaffung von Wasserflächen und Brunnen
  • die Reaktivierung alter, innerstädtischer Wasserflächen (Bachläufe),
  • Entsiegelungen
  • Niederschlagswasser dezentral bewirtschaften
  • Integration der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung in die Freiflächengestaltung
  • Regenwassernutzung für die Bewässerung von Grünbeeten und Bäumen mit Hilfe von Regenwassertanks an städtischen Gebäuden

Fördermittel sind entsprechend zu beantragen.

Begründung:

Extreme Hitzeperioden werden sich durch den fortschreitenden Klimawandel auch in Hamm häufen. So warnen z.B. diverse Wetterdienste in ihren Langzeitprognosen seit Anfang Mai 2020 vor einem dritten Extrem-Sommer in Folge. Pro Monat soll es im Mittel etwa 0,5 bis 1 Grad wärmer als im Klimamittel werden. Zwischen Mitte Juli und Mitte August drohen extreme Wetterlagen. Vor allem aber droht ein enormes Niederschlagsdefizit. (vgl. https://www.wa.de/deutschland-welt/wetter-deutschland-sommer-2020-prognose-vorhersage-temperaturen-juni-juli-august-september-ferien-urlaub-zr-13754098.html).

Die GRÜNEN in Hamm halten es deshalb für besonders notwendig, sich auf diese Entwicklung frühzeitig einzustellen und fordern zielgerichtete Maßnahmen für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel. Es reicht nicht, hoffnungsvoll auf die Einrichtung der Klimaagentur oder der Fertigstellung des Klimaanpassungskonzepts zu warten.

Der Erhalt und Ausbau von Grünstrukturen, Wasserflächen, der Erhalt und Ausbau von Kaltluftentstehungsgebieten, die Freihaltung von Frischluftschneisen und eine diese Maßnahmen integrierende Stadt- und Raumplanung sind Möglichkeiten, Hamm fit für den Klimawandel zu machen (vgl. Mitteilungsvorlage 0313/20 – Freiraumentwicklungskonzept).

Die Neubildung von Grundwasser hat sich binnen 20 Jahren halbiert. Durch die zunehmende Versieglung und dem Verlust von Grünland ist der Grundwasserkörper und die Grundwasserneubildung extrem gefährdet, die Konzentration von Schadstoffen steigt.

Dazu müssen städtebauliche Strukturen angepasst und Temperatursenkende Maßnahmen umgesetzt werden. Gleichzeitig müssen die Grünstrukturen bei anhaltender Trockenheit bewässert werden, um deren mikroklimatischen Vorzüge zu sichern, ohne bei längeren Dürrephasen die Trinkwasserversorgung über Gebühr zu strapazieren (z.B. durch Regenwassertanks an städtischen Gebäuden). Hier könnten – gerade bei Neubaugebieten – die Pflicht zur Regen- und Grauwassernutzung, die ‚Anlage von Gewässern vorgeschrieben werden (z.B. durch Zisternen, Regenrückhaltebecken). Auch Förderprogramme für Regenwasserspeicherung in bestehenden Siedlungsgebieten sind denkbar und könnten mit der Übernahme von Baumpatenschaften verknüpft werden.

Informelle Planungen wie das Freiraumentwicklungskonzept sind nur so gut, wie sie auch umgesetzt werden.