Die Kleine Amtsstraße in Heessen - Tempo 30 und ohne Radwegebenutzungspflicht

19.04.2020 – Radweg-Puzzle Kleine Amtsstraße: SPD nicht auf der Höhe der Zeit

Vielleicht hätte die HeessenSPD vor dem Ortstermin zum „Radweg“ an der Kleinen Amtsstraße erst einmal in ihren Unterlagen nachschauen sollen und dann festgestellt, dass für die Kleine Amtsstraße keine Radwegebenutzungspflicht gilt, da sie als Tempo 30 Zone ausgewiesen ist. Dementsprechend sind die rot gepflasterten Radwege keine benutzungspflichtigen Radwege mehr. Unsichere Radfahrer können diese Wege nutzen – worauf z.B. das Zeichen 239 Gehweg mit dem Zusatzschild „Radfahrer frei“ hinweist. Radfahrer sind aber, da es sich um einen Gehweg handelt, dem Fußgänger nachgeordnet und müssen entsprechend Rücksicht nehmen.

Auf der kleinen Amtsstraße gilt also: Radfahrer dürfen auf der Straße fahren, Autofahrer können diese dann mit dem neuen Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 m überholen – oder aber Rücksicht nehmen und bei Gegenverkehr hinter dem Radfahrer bleiben. Bei Nutzung der Straße erübrigt sich auch eine rote Pflasterung im Einmündungsbereich der ALDI-Zufahrt. (Hier hätte die SPD – wenn gewollt – frühzeitig bei der Ansiedlung des ALDI Einfluss nehmen können – hat dies aber nicht getan!) Auch ohne diese Rotpflasterung sind Autofahrer beim Ein- und Ausfahren gehalten, auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer zu achten.
Die von der SPD geforderten „Schutzstreifen“ sind lediglich „Angebotsstreifen“, die mit einer durchbrochenen Linie von der Fahrbahn abmarkiert werden. Sie visualisieren den Autofahrern lediglich, dass auch Radfahrer einen Teil der Fahrbahn benutzen dürfen – was aber jeder Autofahrer eigentlich von sich aus wissen müsste. Für das Überholen von Radlerinnen, die den Schutzstreifen nutzen, würde natürlich auch die 1,50 m Abstandsregel gelten. Einen wirksamen Schutz gegen rüpelhafte Autofahrer bieten auch diese Schutzstreifen nicht. Die SPD sollte allerdings auch wissen, dass zusätzliche Abmarkierungen in Tempo-30-Zonen eigentlich untersagt sind.
„Das ist ein Armutszeugnis für die HeessenSPD“, so das Fazit von Friedrich Moor, GRÜNER Bezirksvertreter in Heessen.