Kritik an Selbsttests in Schulen

15.04.2021 – Kritik an Selbsttests in Schulen

Bündnis 90/Die Grünen schließen sich der Kritik von Lehrerverbänden an Selbsttest in Schulen an

Der Landesvorsitzende des Deutschen Beamtenbundes, Dietmar Knecht, kritisierte die chaotische Lage an Schulen im Zusammenhang mit den Selbsttest. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) berichtet von vielen kritischen Rückmeldungen aus den Schulen zum Thema Selbsttest. Die Vertreterinnen und Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen im Schulausschuss, wünschen sich von der Landesregierung, die Verantwortung für die Durchführung der Corona-Selbsttests von Schülerinnen und Schülern an der Schulen, in die Hände der Erziehungsberechtigten zu übergeben.

Folgende Begründung führen sie dafür an

„Es nicht akzeptabel, dass die Verantwortung für die Durchführung und Auswertung der Tests in den Händen der Lehrerinnen und Lehrer liegen soll und diese im schlimmsten Fall bei falscher Handhabung von Eltern zur Verantwortung gezogen werden“, so die schulpolitische Sprecherin der Grünen, Petra Grünendahl. Sie kritisiert weiter, dass Schülerinnen und Schüler, so wie Lehrerinnen und Lehrer einer großen Beunruhigung und Verunsicherung ausgesetzt werden, denn insbesondere dann, wenn ein positives Testergebnis vorliegt, kann es zu einer Stigmatisierung des Kindes innerhalb der Klassengemeinschaft kommen. Zudem haben einzelne Schülerinnen und Schüler Angst vor der Durchführung dieser Selbsttestung und vor einem möglichen positiven Ergebnis und dessen Folgen.“

Jürgen Steinke, Mitglied der Grünen im Schulausschuss führt an: „Während der Durchführung der Test müssen die Kinder teilweise zumindest während der Testphase ohne Maske in einem Raum sein. Die Durchführung des Tests führt häufig zu einem Niesreflex und Aerosole werden freigesetzt. Dies führt zu einer erhöhten Gefährdung der Mitschülerinnen und Mitschüler und der aufsichtsführenden Lehrkraft, was für uns nicht hinnehmbar ist.“

Auch Musa Bagrac und Georg Sander unterstreichen die Forderungen ihrer AusschusskollegInnen und sehen es im Weiteren als fatalen Schritt, dass ein potenziell positiv getestetes Kind schon auf dem Schulweg zahlreiche Sozialkontakte ausgesetzt ist, deren Nachverfolgbarkeit unter Umständen nicht gegeben ist.

Alle vier plädieren dafür, die Selbsttestung in die Hände der Erziehungsberechtigten zu geben, denn dort könnte ein positiver Fall diskret behandelt werden zudem kann ein von einem Erziehungsberechtigten begleiteter Test, bei falscher Handhabung sofort unterbrochen werde, sodass Verletzungen durch unsachgemäßen Gebrauch der Tests vermieden werden können.