25.04.2018 – Fragen zum Wassersportzentrum

Die Errichtung eines Wassersportzentrums am vorgesehenen Standort ist grundsätzlich zu begrüßen. Aus städtebaulicher Sicht hat es sich gelohnt, die ursprünglichen Planungen zu überdenken und zu ändern.

Dennoch bleiben nach Lektüre der jetzt vorliegenden Vorlage noch Fragen.

Das Wassersportzentrum soll von einer zu gründenden städtischen Tochter geplant und betrieben werden. Den Bau der Anlage zu finanzieren ist Dank der Steuererhöhung bei der Grundsteuer kein Kunststück. Die Mittel sind vorhanden.

  1. Welche anderen Projekte, die bisher bei der Stadtentwicklungsgesellschaft vorgesehen waren und im Wirtschaftsplan verankert sind, müssen nun gestrichen bzw. verschoben werden?
  2. Das städtische Grundstück wird der DFH zum günstigen Preis von 20 €/m² zur Verfügung gestellt. Will die Verwaltung damit die Grundstückspreise im Bereich Kanalkante so weit drücken, dass die dort vorgesehene Wohnbebauung demnächst zu bezahlbaren Preisen vermietet werden kann?

Das Wassersportzentrum insgesamt ist ja viel mehr als eine Bootshalle. Es gibt einen ausgeprägten Vereinsteil mit Vereinsräumen, Kraftraum, Umkleideräume, Büros etc.

  1. Da die städtische Gesellschaft zwar Betreiber der Anlage sein soll, andererseits aber über kein Personal verfügt, sollte abschließend geklärt sein, wer zumindest das operative Geschäft betreibt.
  2. Mit welchen Unterhaltungskosten wird in diesem Bereich geplant und wer soll sie tragen? Wie genau kann langfristige Planungssicherheit für alle Beteiligten hergestellt werden?

Weiterhin ist vorgesehen, einen nicht unerheblichen gastronomischen Betrieb zu bauen und zu betreiben. Hier stellt sich die Frage des Betreibers in besonderer Weise, da der Betrieb einer Gaststätte weder zu den Kernkompetenzen einer Stadt noch zu den primären Stärken von Sportvereinen gehört.

  1. Wer soll die Gastronomie betreiben? Welche Kosten wird dieser Bereich verursachen? Ist vorgesehen, dass hier ein Kostendeckungsbeitrag für das Gesamtprojekt erwirtschaftet wird?

Wir bitten sehr darum, den Fragen der Wirtschaftlichkeit des Projekts ganz besondere und nachvollziehbare Aufmerksamkeit zu widmen.

Die Stadt hat, wie die lange Geschichte der Eishalle zeigt, mit dem Bau von Sportstätten nicht immer erfreuliche Erfahrungen gemacht.