26.05.2020 – Autoorientierte CDU-Lobhudelei (Altes Amtshaus Heessen)

Unter dem Motto „Drei sind ein Platz“ wurde mit dem Umbau des Heessener Marktes begonnen. Der erste Bauabschnitt rund um das Alte Amtshaus ist laut Pressemitteilung der CDU nun abgeschlossen. Die Heessener CDU-Spitze um Arnd Hilwig und Heinrich Klockenbusch bewertet die Ergebnisse als „gelungen“. Sie feiern die 45 Stellplätze mit einer SUV-Breite von 2,60 m und verweisen darauf, dass „die Anlage von Grünflächen und neuen Bäume (…) die ganze Sache rund (macht)“, die allerdings noch gar nicht gepflanzt wurden und die Rasensaat erst noch angehen muss.

Friedrich Moor, Bezirksfraktionsvorsitzender der GRÜNEN in Heessen zieht eine kritischere Bilanz. Denn bisher ist der Ausbau nur autoorientiert. Moderne Radabstellanlagen lassen sich im gesamten Umfeld des Alten Amtshauses nirgendwo finden. Erst Parkplätze für die Autos und dann irgendwann die Radabstellanlagen zu errichten, hält er für das falsche Signal. Und laut Ausbauplan S 5/18 sind nur (bescheidene) 9 Bügel hinter und 4 Bügel neben dem Amtshaus projektiert. Diese sind aber noch nicht realisiert, obwohl der Ausbau ja laut CDU abgeschlossen sein soll. „Für eine Kommune im Klimanotstand, die mit ihrem Klimaaktionsplan die klimafreundlichen Verkehrsarten fördern will, ist es ein Armutszeugnis“, so Moor. Dort wo später einmal Fahrräder parken sollen, stehen jetzt Mülltonnen.

Auch kann er die Ausrichtung der vom Heessener Markt umgesiedelten Uhr nicht nachvollziehen: das Ziffernblatt und die Erläuterung weisen nach Osten zum Parkplatz und sind damit der neuen „Platzanlage“ abgewandt!

Ein weiteres Ärgernis ist für Moor die fehlende Tempo-Reduzierung auf der Amtsstraße. Wenn man wirklich das Motto „Drei sind ein Platz“ Ernst nimmt, dann ist es unverständlich, dass die Autofahrer mit Tempo 50 auf der diesen Platz durchschneidenden und trennenden Amtsstraße fahren dürfen! Die Fußgänger*innen haben dagegen nur wenige Möglichkeiten der sicheren Querung. Zebrastreifen zur Bevorrechtigung dieser klimafreundlichen Mobilitätsart sind nicht vorgesehen und erwünscht“, zeigt sich Moor enttäuscht.

Auch wenn der Beschluss zum Ausbau bereits 2018 gefallen ist, wünscht sich der GRÜNE Bezirkspolitiker angesichts der Klimadiskussion noch eine entsprechende Anspassung: mehr sichere und moderne Radabstellanlagen (auch für teure E-Bikes), sicherer Fußgängerfurten und vor allem eine angepasste Temporegelung. „Alles andere ist wie immer: autoorientiert und nicht mehr zeitgemäß!“ so Moor.