RUN-Projekte lassen viele Fragen offen

19.02.2015 – Grundsätzlich sind die zahlreichen Sporthallensanierungen im Rahmen des RUN-Projektes (Rückbau, Umbau, Neubau) positiv zu bewerten, weil endlich ein Stück weit der Sanierungsstau in 2015 und 2016 abgearbeitet werden kann (WA berichtete). Siegbert Künzel, GRÜNEs Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr hat dennoch der Verwaltung eine umfangreiche Fragenliste zu den aktuellen Beschlussvorlagen der Verwaltung vorgelegt.

Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre bei Sporthallensanierungen bezweifelt der GRÜNE Politiker, dass die Baumaßnahmen – wie in den Vorlagen angekündigt – in den engen Zeitfenstern von Mai bis November ohne Einschränkungen des Schul- und Vereinssports durchgeführt werden können. Während die Verwaltung für 2016 ein „Zwischennutzungskonzept“ in Absprache mit den Nutzern ankündigt, vermisst er so einen „Plan B“ für 2015. „Wie sollen z.B. umfangreiche Dacharbeiten und der Einbau von Fensterbändern in einer bisher fensterlosen Wand an der Sporthalle des Friedrich-List-Berufskollegs ohne Störung des Schulsports durchgeführt werden?“ fragt sich Künzel.

Besonders ärgert sich Künzel über die nichtssagenden Textbausteine zu notwendigen Schadstoffsanierungen. Die Verwaltung spricht in den Vorlagen lapidar von „wenigen, bauzeitlich üblichen, Schadstoffen“. Bei Gebäuden der 60-er und 70-er Jahre können solche „bauzeitlich übliche Schadstoffe“ von Asbest über Formaldehyd, PAKs bis PCB reichen. „Die Fachverwaltung ziert sich wie immer bei diesem Thema und sagt nicht, welche Schadstoffe konkret gefunden wurden und beseitigt werden müssen“, so Künzel.

Kritisch hinterfragt Künzel außerdem die Beauftragung externer Büros für die Bauplanungen. Mit dem Haushaltssicherungskonzept wird die Verwaltung eigentlich dazu angehalten, solche Arbeiten selbst auszuführen, um den Haushalt zu entlasten. Eine Begründung für die Ausnahmeregelung vermisst der  GRÜNE Politiker allerdings.

Ein Wermutstropfen ist für Künzel, dass die Sanierung der Sporthalle des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums offensichtlich zu Lasten der weiteren ganzheitlichen Sanierung des Schulgebäudes geht. Die Sporthallensanierung mit Geldern aus dem RUN-Projekt reicht nicht aus und deshalb greift die Verwaltung auf Mittel zurück, die eigentlich für die Schulsanierung vorgesehen waren.