01.03.2019 – Schöne neue digitale Schulwelten

Die Rettung der Welt liegt, folgt man der öffentlichen Diskussion, darin, sie zu digitalisieren! Insbesondere unsere Schulen können offenbar nur dann gerettet werden, wenn sie endlich digitalisiert werden. In diesem Sinne haben sich ja gerade Bund und Länder nach längerem Streit darauf geeinigt, bundesweit 5,5 Mrd. € für die Digitalisierung der Schulen bereit zu stellen.

Angesichts des auch für Hamm zu erwartenden Geldsegens wäre es sicher sinnvoll, frühzeitig zu überlegen, WO und WIE die zusätzlichen Mittel eingesetzt werden sollen. Man darf hoffentlich davon ausgehen, dass die Verwaltung diesbezüglich bereits Pläne in der Schublade hat oder doch mit deren Erarbeitung beschäftigt ist.

Bevor man sagen kann, was man alles machen will, sollte man allerdings wissen, was man schon hat.

Deswegen bitten wir um die Beantwortung einiger Fragen, deren Beantwortung für weitere Überlegungen unumgänglich ist.

  1. Gibt es einen Überblick darüber, in welchem Umfang Tablets, Whiteboards, Laptops etc. heute bereits an Hammer Schulen eingesetzt werden?
  2. Die Stadt Hamm als Schulträgerin ist für die Ausstattung ihrer Schulen zuständig. In welchem finanziellen Umfang sind in den letzten zwei Jahren entsprechende Lernmittel angeschafft worden?
  3. Verfügen alle Hammer Schulen über mindestens einen Computerraum und kann man mit gutem Gewissen behaupten, dass diese Räume laufend auf dem Stand der Technik gehalten werden?
  4. Welche finanziellen Mittel sind in den letzten zwei Jahren für die Ertüchtigung wie vieler Computerräume ausgegeben worden?
  5. So richtig einsetzbar sind Tablets etc. erst dann, wenn auch entsprechende Lernsoftware vorhanden ist. Wie ist das finanzielle Verhältnis bei der Anschaffung zwischen analogen Lernmitteln (Bücher etc.) und digitalen?

Die Erfahrung zeigt, dass digitale Lernmittel nur dann helfen, wenn sie auch eingesetzt werden können. Nun ist es ganz offensichtlich so, dass die Verfügbarkeit all dieser Mittel nur dadurch gewährleistet werden kann, dass Lehrerinnen und lehrer sich – zumindest in ihrer Freizeit – darum kümmern. Das ist ungefähr so, als würde der Oberbügermeister den Ölwechsel bei seinem Dienstfahrzeug eigenhändig durchführen.

  1. Es stellt sich mithin die Frage: Wie viele Planstellen in der Stadtverwaltung waren in den letzten zwei Jahren damit betraut, die Funktionsfähigkeit der digitalisierten Schule aufrecht zu erhalten und wie viel Geld ist für diesen Bereich verausgabt worden?

Und dann ein kurzer Ausblick auf die digitale Vollversorgung in der Zukunft:

  1. Was würde es kosten, alle Schülerinnen und Schüler mit einem Tablet auszurüsten?
  2. Mit welchen Kosten für Hard- und Software insgesamt rechnet die Verwaltung?
  3. Welcher personelle und finanzielle Aufwand wird zukünftig nötig sein, um die schöne, neue digitale Schulwelt in Gang zu halten?