05.11.2018 – Sprachentwicklung im Vorschulalter unbefriedigend

Die Sprachentwicklung von Kindern im Vorschulalter ist insgesamt eher nicht zufriedenstellend. Dass die Probleme bei Kindern mit Migrationshintergrund in vielen Fällen noch größer sind, kann nicht ernsthaft überraschen.

Die Stadt Hamm regiert auf dieses Problem schon seit vielen Jahren. Seit 2003 gibt es sogar ein Konzept zur Sprachförderung bei Migrantinnen und Migranten, das den Schwerpunkt auf die Kinder von 0 – 6 Jahren legen sollte.

Dieses Konzept wurde mehrfach weitergeführt, erweitert, anders tituliert und läuft heute unter dem Begriff Integrationskonzept 2018.

Im Laufe der Zeit wurden die Konzepte immer umfangreicher, das Integrationskonzept erfreut durch einen Umfang von fast 100 Seiten. Die Maßnahmen wurden immer zahlreicher, heute sollen es etwa 40 Projekte und Maßnahmen sein.

Man kann aber getrost davon ausgehen, dass neben diesem Integrationskonzept noch eine ganze Reihe anderer „Projekte“ etc. gibt, die ebenfalls den Spracherwerb insbesondere von kleinen Kindern fördern sollen. Es ist sehr fraglich, ob überhaupt jemand genau sagen kann, wer, wo, wie und was in diesem Bereich tätig ist.

Die entscheidende Frage ist: Was hat es gebracht?

Im Jahr 2003 ging man davon aus, dass 23,3% der Kinder nicht Deutsch sprechen, weil sie eben aus Migrantenfamilien stammten.

Heute ist zu konstatieren, dass ziemlich genau ein Drittel der Kinder aus Haushalten stammt, in denen nicht Deutsch gesprochen wird. Man wird davon ausgehen dürfen, dass ein Großteil dieser Kinder nicht annähernd hinreichend beherrscht.

Wenn dies das Ergebnis der oben beschriebenen Bemühungen ist, müssten im Rathaus eigentlich die Alarmglocken läuten. Bisher ist aber nichts zu hören.

Der Streit zwischen den Linken und Pro Hamm, der sich offenbar um die Frage dreht, ob man nur in Herringen oder doch in der ganzen Stadt noch ein paar Millionen mehr ausgeben soll, lohnt die Kommentierung nicht.

Was wirklich geschehen muss, liegt auf der Hand: der ganze Apparat an Projekten, Hilfe etc. muss endlich einmal überprüft und einer ehrlichen Evaluation unterzogen werden. Wer soviel macht und dabei so wenig erreicht, muss sich fragen, ob er das Richtige tut. Einfach weitermachen hilft nicht und einfach noch mehr Geld einsetzen hilft auch nicht. Man darf den Erfolg der Integrationsbemühungen nicht an den wohlfeilen Formulierungen der Konzepte messen, man muss sich schon der Realität stellen.

Wir bitten die Verwaltung um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Wie ist zu erklären, dass die Bemühungen um Sprachförderung im Bereich der Migration so offenkundig gescheitert sind?
  2. Auf welche Weise wird die Verwaltung sicherstellen, dass zukünftig Aufwand und Ertrag in einem angemessen Verhältnis stehen wird?
  3. Gibt es Maßnahmen, die die Effektivität der Integrationsarbeit evaluieren, die nicht von der Verwaltung selbst oder von beteiligten Trägern durchgeführt werden?
  4. Hält die Verwaltung es für möglich, diese Anfrage so zeitnah zu beantworten, dass rechtzeitig zu den Haushaltsplanberatungen eventuell notwendig werdende Anträge gestellt werden können?