14.09.2017 – Kentroper Weg: Baumscheiben werden zugepflastert

Es war einmal eine kleine, feine Allee im Kentroper Weg gesäumt mit Rotdorn- und Apfeldornbäumen. Mittlerweile sind über die Jahre fast alle Bäume der Säge zum Opfer gefallen – aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht. Ersatzpflanzungen erfolgten nicht.

Auf Antrag der GRÜNEN beschloss die Bezirksvertretung im Dezember 2016, die Fachverwaltung zu beauftragen, für den Bereich Kentroper Weg ein Gesamtkonzept zur nachhaltigen Anpflanzung von Stadtbäumen (Straßenbegleitgrün) zu entwickeln und der Bezirksvertretung in 2017 zum Beschluss vorzulegen.

Im Januar 2017 wurden die Bezirksvertreter seitens der Verwaltung über die Fällung weiterer fünf Bäume im Kentroper Weg informiert. Im Widerspruch zum Beschluss der Bezirksvertretung gab die Verwaltung an, die Bäume gesamtstädtisch auszugleichen zu wollen.

Mit einem erneuten Antrag wurde die Verwaltung an den Dezemberbeschluss erinnert, der die Ersatzpflanzung vor Ort im Kentroper Weg vorsah. In ihrer Stellungnahme 0943/16 vom 23.03.2017 bestätigte die Verwaltung den Beschluss:

„Erst mit einer vollumfänglichen Überplanung und neuem Ausbau werden auch neue Bäume nachhaltig gepflanzt werden können.

Mittel stehen jedoch im Finanzplan 2017/18 und in der Investitionsplanung bis 2021 bisher nicht zur Verfügung.

Um den Beschluss der Bezirksvertretung Hamm-Mitte vom 01.12.2016 umsetzen zu können, wird das Projekt in der Aufstellung des Entwurfes zum Investitionshaushalt 2019 ff. berücksichtigt.“

Alles gut – sollte man meinen.

Aber nun ist zu beobachten, dass seit dem 11.09.17 städtische Mitarbeiter damit beschäftigt sind, sieben alte Baumbeete zu verfüllen, um sie anschließend zu pflastern. „Aus den Augen, aus dem Sinn!“ könnte man boshaft diese Maßnahme betiteln und befürchten, dass nun eine autoorientierte Planung umso größere Chancen hat, da sich niemand mehr an die alte Allee erinnern wird.

Die GRÜNEN im Bezirk Hamm-Mitte bitten deshalb um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Wer hat die Pflasterung der alten Baumstandorte beauftragt?
  2. Welche Gründe kann die Verwaltung für die Umsetzung dieser Maßnahme anführen?
  3. Wurden andere Möglichkeiten der „Nachnutzung“ oder temporären Gestaltung der ausgefahrenen Baumbeete (durch parkende Autos) geprüft?
  4. Warum wurde nicht – wie vor der alten Stadtbücherei – eine qualitätvolle Bepflanzung der Altstandorte mit blühenden Pflanzen vorgenommen, um an die ehemaligen Baumstandorte zu erinnern?