22.08.2019 – Erinnerungskultur in Herringen (Johanna Melzer)

Auf dem alten Kommunalfriedhof Lünener Straße erinnern diverse Grabstellen an die bewegte Bergbaugeschichte Herringens zu Beginn und Mitte des 20. Jahrhunderts. Neben zivilen Kriegsopfern fanden dort auch Fremd- und Zwangsarbeiter ihre letzte Ruhestätte. Mit den Gräbern von Albert Funk und Hanna Melzer wurde lange Zeit auch an die beiden kommunistischen Politiker und Funktionäre gedacht, die sich gewerkschaftlich und (gesellschafts-)politisch engagiert haben und Opfer der Nazi-Diktatur wurden.

Das Lebenswerk von Johanna „Hanna“ Melzer (1904-1960) wird in dem Buch „Das rote Herringen“ von Dr. Maria Perreforth (Hamm) eindrücklich beschrieben. Auf eigenen Wunsch wurde sie 1960 neben Albert Funk in einem Urnengrab auf dem Herringer Friedhof beigesetzt.

Während der Grabstein/das Denkmal zu Ehren von Albert Funk noch heute an ihn und sein Wirken erinnert, ist das Grab von Johanna Melzer verschwunden/abgeräumt (vgl. AF 0561/17 mit STN 884/17)

Antrag:

Die Bezirksvertretung möge beschließen,

  1. eine Gedenkplatte zu Ehren von Johanna „Hanna“ Melzer (1904-1960) in der Nähe zum denkmalgeschützten Grabstein Albert-Funks zu verlegen. Die Friedhofsverwaltung der Stadt Hamm begrüßt und unterstützt Initiativen zum Gedenken an herausragende Persönlichkeiten der Geschichte (vgl. STN 884/17). Auch die Nichte Hanna Melzers ist einverstanden. Die Finanzierung der Gedenkplatte wird durch Privatspenden sichergestellt.
  1. Hannah Melzer in die Liste für neue Straßennamen in Herringen aufzunehmen.
  2. Die Bezirksvertretung bittet die Fachverwaltung, eine Geschichtsstele zu zum (kommunistischen) Widerstand in Herringen vorzubereiten und die Aufstellung bis zum 100. Jahrestag der Schlacht um Pelkum zu ermöglichen.

Begründung.

Seit gut zwei Jahren gibt es verstärkt Bemühungen, die jüngere Geschichte Herringens an geschichtsträchtigen Orten lebendig zu halten und Zeugnisse des demokratischen Widerstandes gegen Krieg, Verfolgung und Unterdrückung zu dokumentieren. Dies ist ein aktiver Beitrag gegen Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschfeindlichkeit, für Frieden, Freiheit, Demokratie und Humanität.