27.04.2016 – Zukunft des Gymnasiums Hammonense im Spannungsfeld des „Erlebensraums Lippeaue“

Mit Vorlage 0770/16 – Erlebensraum Lippeaue – Teil II untermauert die Verwaltung ihre Absicht, die städtische Fläche des Sportplatzes am Gymnasium Hammonense für eine Bebauung zu veräußern.

Das Gymnasium Hammonense steht im Wettbewerb mit allen anderen Schulen und Schulformen der SEK I und SEK II. Attraktiver Sportunterricht auf eigenem Platz kann als Standortvorteil gewertet werden. Die Stadt Hamm hat in diesem Sinne z.B. auch das Beisenkamp-Gymnasium entsprechend mit einer Außensportanlage ausgestattet. Festzuhalten ist, dass in den letzten Jahren notwendige Modernisierungen und Sanierungen am Schulgebäude wenn dann nur mit zeitlichem Verzug realisiert. Die Modernisierung des naturwissenschaftlichen Traktes z.B. wurde erneut auf spätere Jahre verschoben.

Die nun mit dem Realisierungswettbewerb zur sogenannten Kanalkante vorgesehene bauliche Entwicklung ergibt neben dem Wegfall des Sportplatzes weitere mögliche Konfliktpunkte wie Verlärmung (nicht nur während der Bauphase), zusätzlichen Parkdruck, mehr Verkehr. Nordring und Adenauerallee (an der Schleuse) stehen ebenfalls noch im Fokus städtebaulicher Visionen und Bebauungsabsichten mit ungewissen Auswirkungen und Konsequenzen auf den Schulstandort. Wir befürchten, dass diese Planungen eine Vorentscheidung für die Zukunft des altehrwürdigen Hammonenses sein könnten, da eine Stärkung des Schulstandortes im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung der Kanalkante nicht ausdrücklich als Ziel formuliert wird.

Die Stadt Hamm legt viel Wert auf Transparenz und frühe Einbeziehung der Bürgerschaft bei der Erstellung der diversen städtebaulichen Rahmenpläne, so hoffentlich auch bei deren Umsetzung.

Die Überarbeitung des Schulentwicklungsplans hat gerade erst begonnen.

Wir bitten deshalb um die Beantwortung folgender Fragen bis zur Ratssitzung am 10.05.2016:

  1. Ist die Schulgemeinde des Hammonense frühzeitig über die diversen Planabsichten der Stadt Hamm, insbesondere dem Entzug der Sportplatzfläche, informiert und beteiligt worden?
  2. Gibt es schon konkrete, mit der Schulgemeinde abgestimmte Alternativen, um einen modernen Freiluft-Sportunterricht anbieten zu können, der sich zudem in die Stundenplanung integrieren lässt?
  3. Welche Aspekte wurden aus Sicht der Schulgemeinde als Rahmenbedingungen für die Sicherung des Schulstandortes und des Schulalltags für den Realisierungswettbewerb formuliert? Gibt es hierzu schon einen Beschluss der Schulkonferenz?
  4. Gibt es eigene Überlegungen der Stadt Hamm, wie der Schulstandort Gymnasium Hammonense gestärkt werden kann, um im interschulischen Wettbewerb bestehen zu können?
  5. Ist seitens der Stadt Hamm vorgesehen, die Auswirkungen auf den Schulstandort gutachterlich bewerten zu lassen?