29.11.2017 – GRÜNE Kritik an einsamer Noch-Minister-Entscheidung

Volker Burgard, umweltpolitischer Sprecher der GRÜNEN Ratsfraktion und Vorsitzender des Umweltausschusses ist sehr betroffen über die Stellungnahme des Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Hans –Heinrich Wortmann. „Es ist kaum nachzuvollziehen, wieso die heimischen Landwirte nicht auf Glyphosat verzichten wollen, obwohl ihre Kollegen in anderen EU-Ländern ohne die chemische Keule auskommen können!“ verweist Burgard auf die Glyphosat-Verbote in anderen Ländern. Er sieht die Gefahr, dass die Landwirtschaft bis zum nächsten Skandal nur auf Sicht fährt und ihr positives Bild in der Bevölkerung wieder einmal Schaden nimmt. Glyphosat stehe eindeutig im Verdacht, krebserregend zu sein. Die industrialisierte Landwirtschaft schafft es zudem mit dem Einsatz von Pflanzen- und Insektengiften sowie der Überdüngung, Natur und Umwelt nachhaltigen Schaden zuzufügen: sei es die steigende Nitratbelastung des Grundwassers, das Insekten- und Bienensterben oder der Rückgang der Artenvielfalt. Und die Probleme setzen sich in der Massentierhaltung fort.

„Diese Art der Landwirtschaft, die der geschäftsführende Landwirtschaftsminister Schmidt (CSU), hier unterstützt, ist nicht zukunftsfähig, da sie die für die Produktion gesunder Lebensmittel notwendigen Ressourcen nachhaltig schädigt!“ fordert Burgard endlich ein Umdenken. Nicht das Preisdiktat der Großhändler und der Börsengewinn einiger weniger dürften über die Zukunft entscheiden. „Letztendlich kann man den Verbraucher*innen nur empfehlen, nur Produkte von Bioland, Demeter oder anderen zertifizierten Produzenten zu kaufen!“ so Burgard. Es geht also doch anders, wie diese Beispiele belegen.

Zufrieden ist Burgard mit der Stellungnahme der Stadt Hamm, die ab sofort auf den Einsatz von Glyphosat verzichten will. „Man kann nur hoffen, dass mit der einsamen (Noch-) Ministerentscheidung nicht auch die Stadt noch einmal ins Grübeln kommt!“