17.06.2019 – Baugebiet Kupferstraße: Fluch oder Segen?

„Eigentlich bin ich eine große Verfechterin der Bebauung von Baulücken“, so die Grüne Bezirksvertreterin Elvira Stöhs. „Mit der Entdeckung von polyaromatisierten Kohlenwasserstoffen ( PAK ) und der Hochwassergefahr im geplanten Baugebiet Kupferstraße, habe ich allerdings große Bedenken“.

Das benachbarte Baugebiet Liborius ist nicht umsonst von Gräben durchzogen und hat zwei Teiche als Regenrückhaltebecken. Schon damals war bekannt, dass der Hahnenbach sonst überlastet ist. Mit zusätzlicher Bebauung im Bereich Kupferstraße wird das Problem nicht kleiner. Hinzu kommt der hohe Grundwasserstand. Schon heute haben die Anwohner bei Starkregen mit Wasser in ihren Kellern zu kämpfen. Nicht umsonst haben die geplanten Reiheneigenheime keinen Keller.

Die Altlasten werden zwar an den betroffenen Stellen bis zu einer Tiefe von 60 – 70 cm ausgekoffert, in wie weit tiefere Stellen vom PAK verseucht sind und wie sich dies auf das Grundwasser auswirkt, ist nicht geklärt.

„Was mir gänzlich fehlt, ist eine Aussage zum sozialen Wohnungsbau“, so Elvira Stöhs.

Die von der GROKO im Oktober 2018 beschlossene Regelung, mindestens 35% öffentlich geförderten Wohnraum bei Neu- und sanierten Altbauten zu schaffen, scheint nichts weiter als eine Luftnummer gewesen zu sein. Weder beim Baugebiet Kupferstraße noch in anderen neuen Baugebieten wird diese Quote erreicht. Nur auf Modernisierung im Altbestand zu hoffen ist mehr als gewagt.

In erster Linie geht es GROKO und der Stadt darum, die städtischen Baulandflächen für viel Geld zu verkaufen.