22.06.2018 – Bürgerforum für alternatives Verkehrskonzept Inlogparc beantragt

Mittlerweile ist nach fast 20 Jahren der INLOGPARK besiedelt. Die Versprechungen von damals, die durch die Verwaltung und auch von CDU, SPD und FDP gemacht wurden, sind mitnichten erfüllt worden. Statt tausender neuer Arbeitsplätze entstehen nun ein paar hundert. Die größte Anzahl der Mitarbeiter bei DPD wird mit dem Betrieb umgesiedelt und bei PROLOGIS sind die Zahlen wegen der Weitervermietung der Hallen nicht bekannt.

Was aber schon bekannt – und zu erleben ist, ist die Steigerung des Verkehrsaufkommens.

Es handelt sich um den allgemeinen Berufsverkehr, die Zunahme durch die Sprinter und den LKW – Verkehr, der auch gerne da fährt, wo er nicht fahren dürfte.

Die Verwaltung hat in ihrem „2. Verkehrsgutachten ohne B 63n“ zwar belegen lassen, dass diese für den Verkehrsabfluss nicht nötig ist, aber schon jetzt wird deutlich, dass der Verkehr kollabiert. Nicht umsonst intervenieren die Nachbargemeinden seit Monaten bei der Verwaltung der Stadt Hamm über das mangelhafte Verkehrskonzept.

Auch die betroffenen Anlieger der Straßen beschweren sich über den enorm gestiegenen Verkehr vor ihren Häusern und der damit verbundenen Unfallgefahr sowie über die steigenden Lärm-und Feinstaubimmissionen, insbesondere am Autobahnzubringer Nordbögge werden seit Jahren teils überhöhte, teils grenzwertige NO x-Konzentrationen erreicht.

Wie hoch war das Verkehrsaufkommen auf der Provinzialstr. und der Weetfelder Str. vor 10 Jahren (also vor Lidl und den nachfolgenden Ansiedlungen) , wie hoch ist es jetzt und welche Prognosen bestehen für die Situation nach Inbetriebnahme von DPD, aufgeschlüsselt nach Fahrzeugtypen und evtl. Stoßzeiten, da häufig im Dreischichtbetrieb gearbeitet wird und Anwohner sich auch über die Zunahme des Verkehrs in den Nachtstunden beschwert haben. Wie wirkt sich die verkehrliche Entwicklung auch auf die umliegenden Straßen wie Wilhelm-Lange-Str., Wiescherhöfener Str. und Große Werl Str. aus?

Hier zeigt sich, dass eine gesetzlich vorgeschriebene Bürgerbeteiligung während der Planungsphase nicht ausreicht. Die betroffen Anwohner*innen haben einen Anspruch darauf, ernstgenommen zu werden. So wäre eine weitere Einbeziehung oder zumindest Unterrichtung bei den weiteren Ausbauphasen von Vorteil gewesen.

Um Lösungen für die sich noch verschärfende Verkehrssituation zu finden ist sie dringend geboten.

Ich beantrage daher:

  1. Die Bezirksvertretung fordert die Verwaltung auf, ein Bürgerforum durchzuführen, um mit den betroffen Bürger*innen gemeinsam nach Lösungen zu suchen (analog zur Bürgerbeteiligung „Machbarkeitsstudie Bahnübergänge Selmigerheide“)
  2. Die Verwaltung erarbeitet auf Grundlage der Ergebnisse des Forums ein alternatives Verkehrskonzept, das in der Übergangszeit bis zur Fertigstellung der Straßen- und Brückenbaumaßnahmen greift, besser noch nach gangbaren Alternativen in der Verkehrsregulierung sucht, die weniger Landschaft zerstören, und die Menschen in Weetfeld entlastet.