01.03.2018 – In der Realität angekommen

„Verwaltung und GROKO sind nun in der Realität angekommen“, kommentiert Siegbert Künzel, Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr (ASEV), die aktualisierten Pläne für die Waldenburger Straße. Von den hochgelobten Ergebnissen des Architekten- und Investorenwettbewerbs ist man meilenweit entfernt. Die Computerbilder sind nun Schall und Rauch. Eine Kopie des Sonnenhofes kommt nun nach Herringen. „Ein in Hamm mittlerweile beliebtes Verfahren“, erinnert Künzel an das Goethegärten-Plagiat als Ersatz für das Gammelhochhaus an der Heessener Straße. Und auch beim KITA-Bau an der Lange Straße kam ein nachrangig platzierter Entwurf zum Zug.

Unverständlich ist zudem, wieso das Bethelprojekt nicht in die Planungen integriert werden kann oder soll. „Die Stadt Hamm hat hier doch die Planungshoheit!“ so Künzel.

„Es wird deutlich, in welcher Liga Hamm eigentlich spielt und wie schwierig es ist, diese Grundtücke architektonisch hochwertig zu entwickeln und den Anspruch auf soziale Durchmischung umzusetzen“, zieht Künzel ein erstes Fazit. Kritik hagelt es auch am Zeitpunkt der Vorstellung. Am Dienstag habe der Ausschuss getagt – eigentlich der richtige Ort, um die geänderten Pläne dem Fachgremium vorzustellen. Stattdessen haben Stadtbaurätin Rita Schulze-Böing, die beiden ASEV-Vorsitzenden Georg Scholz (SPD) und Jörg Holsträter (CDU) sowie SPD-ASEV-Vertreter Franz Tillmann in der Sitzung hierzu geschwiegen, um ihren „Erfolg“ einen Tag später zu verkünden. „Schlechter Stil!“ empfindet der GRÜNE Politiker dieses Vorgehen auch als Vertrauensbruch.

Man kann angesichts dieser Entwicklungen gespannt sein, was von dem gerade so gehypten Entwurf für die Kanalkante real übrig bleiben wird. „Die bisherigen „Erfolge“ lassen da wenig Optimismus aufkommen!“ so Künzel abschließend.