Im Industriegebiet Westfalen in Lippetal ist die Ansiedlung eines großflächigen Rechenzentrums mit rund 40 Hektar geplant. Die Ratsfraktion Grüne/Volt Hamm begleitet dieses Vorhaben mit einer konstruktiven Haltung und wirbt für eine politische Unterstützung unter klaren Bedingungen.
Unstrittig ist: Das Projekt geht mit einem hohen Flächenverbrauch einher und Rechenzentren sind sehr energieintensiv. Auch die Zahl der entstehenden Arbeitsplätze (rund 100) steht in keinem direkten Verhältnis zur Größe der Fläche, wenngleich es sich um hochqualifizierte Stellen handelt.
Gleichzeitig bietet das Vorhaben deutliche Chancen, insbesondere im Vergleich zu realistischen Alternativen für diesen verkehrsgünstig gelegenen Standort. Vorgesehen ist eine Wasserkühlung mit geschlossenem Kühlkreislauf, die den Wasserverbrauch begrenzt. Die Energieversorgung soll vollständig auf erneuerbaren Energien basieren und perspektivisch durch Elektroliseure und Wasserstoff ergänzt werden.
Ein zentraler Vorteil ist die geplante Nutzung der Abwärme: Diese soll auch in das Fernwärmenetz der Stadt Hamm eingespeist werden und kann dort fossile Heizenergie ersetzen. Das stellt einen konkreten klima- und energiepolitischen Mehrwert dar. Zudem verursacht ein Rechenzentrum – anders als eine mögliche Logistikansiedlung – kaum zusätzliche Lkw-Verkehre und schont damit Klima, Umwelt und Verkehrsinfrastruktur.
Ein Rechenzentrum vor Ort kann als Anker für weitere IT- und Technologieunternehmen wirken und die Region Hamm und Umgebung als Technologiestandort etablieren. Die daraus entstehenden Effekte können langfristig deutlich über die unmittelbare Zahl der Arbeitsplätze hinausgehen.
Aus unserer Sicht überwiegen unter den genannten Voraussetzungen die Chancen gegenüber den Risiken – vorausgesetzt, die zugesagten Nachhaltigkeitsstandards zu erneuerbarer Energie, Abwärmenutzung und Wasserkreisläufen werden verbindlich umgesetzt und dauerhaft abgesichert.
Die Fraktion Grüne/Volt Hamm setzt sich dafür ein, dass industrielle Entwicklung mit Klimaschutz, Effizienz und regionalem Mehrwert zusammen gedacht wird.

