Haldenfamilie ohne öffentliches Klo

14.11.2014 – Carsten Grüneberg, GRÜNER Bezirksvertreter in Herringen und sein Parteikollege Siegbert Künzel, Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr nehmen wie folgt Stellung zum geplanten künstlerischen Wettbewerb – „Halde 5 – Haldenfamilie im Lippepark Hamm“:

Grundsätzlich ist die künstlerische Gestaltung der fünf Halden zu begrüßen – allerdings reichen die veranschlagten 59.000 € als Ansatz nur für den Wettbewerb nicht aus, um fünf Kunstobjekte dieser Dimension zu errichten. Leider hat die Verwaltung in der Vorlage versäumt, die Gesamtkosten und die gesicherte Finanzierung auch für die Errichtung der Bauwerke konkret zu beziffern. Aus den Erfahrungen mit der Installierung der Hammer Lichtkunstwerke gehen die GRÜNEN von Kosten pro Kunstobjekt im fünf bis sechsstelligen Bereich aus. Bei den Lichtkunstwerken scheiterte dann das Projekt an den fehlenden „Sponsoren“. Wie die Verwaltung letztendlich die Umsetzung des Haldenprojekts finanzieren will – und zwar durchgängig und für alle fünf Standorte – bleibt nebulös.
 
Die Finanzierung über Fördermittel – das hat die Vergangenheit gezeigt – ist nicht immer verlässlich. Und wenn nicht klar ist, dass das Gesamtkunstwerk in einem überschaubaren Zeitraum zu vertretbaren Kosten realisiert werden kann, hat es sich auch mit dem Alleinstellungsmerkmal.
 
Ohne die Selbstverpflichtung der Stadt, die Finanzierung langfristig sicher zu stellen, sind auch die Kosten für den Wettbewerb kritisch zu sehen: wenn die Umsetzung des Gesamtkonzepts von vornherein an den enormen Kosten zu scheitern droht, kann man sich auch die Wettbewerbskosten im Grunde sparen.
 
Ein besonderes Geschmäckle haben die Planungen aus GRÜNER Sicht auch vor dem Hintergrund der Diskussion um die Errichtung einer öffentlichen WC-Anlage im Lippepark. Mehr Attraktivität und Besucher durch Kunst – ohne Raum für die Befriedigung der „natürlichen“ Bedürfnisse – es wird für die Verwaltung schwierig, das den Bürgerinnen und Bürgern zu erklären. Die Kunstobjekte auf den Halden haben diese Diskussion eigentlich nicht verdient, mahnen die GRÜNEN eine konstruktive Diskussion an, in der es auch Raum für die Suche nach Lösungen der Notdurft-Frage geben sollte.