Menschenwürdige Unterkünfte gefordert

23.01.2015 – Die GRÜNEN im Bezirk Hamm-Mitte werden den neuen Bebauungsplan 01.142 – Gewerbegebiet im Ried Nord – kritisch begleiten. In einer aktuellen Vorlage kündigt die Verwaltung an, die bisherige Freifläche westlich der Firma Schürmann auf der bisher das Flüchtlings-Containerdorf „Im Ried“ untergebracht ist, in ein Gewerbegebiet umwidmen zu wollen. Die Firma Schürmann möchte hier ihr Firmengelände in westlicher Richtung erweitern. Die Flüchtlingsunterkunft soll auf der verbleibenden Fläche an einen anderen Standort verlagert und modernisiert werden.

„Wir erwarten konkrete Vorgaben zur „spannungsfreien“ Einbindung der Gewerbenutzung in das Umfeld“, verweisen die Bezirkspolitiker Wolfgang Ruthe und Siegbert Künzel auf die „prominente“ Lage des Gewerbegebiets an einer Hauptfahrradroute und die Nutzung des Wegs durch Naherholungssuchende. Weitere, Meter hohe Graffiti-bemalte Wände mit Stacheldrahtverhau, hinter denen Getränkekisten in den Himmel wachsen, lassen neue „Angsträume“ entstehen. Dies sollte aus Sicht der GRÜNEN durch entsprechende gestalterische Vorgaben der Verwaltung verhindert werden.

Die GRÜNEN begrüßen die Einsicht der Stadt Hamm, dass das alte Containerdorf für Flüchtlinge dringend saniert und modernisiert werden muss – und auf den Standort erst einmal nicht verzichtet werden kann angesichts steigender Flüchtlingszahlen. „Wir erwarten allerdings, dass die bisherigen Mängel bei der Modernisierung der Unterkunft beseitigt werden“, erhoffen sich die beiden Politiker auch eine Beteiligung der bisherigen Bewohner. Denn diese verfügten über teilweise jahrelange Erfahrung mit der Unterkunft und deren Schwächen und Problemen.

Für die GRÜNEN geht es nicht nur darum, den Status Quo der schon mehrfach kritisierten Unterkunft wiederherzustellen. Sie erwarten deshalb schnellstmöglich eine Auskunft, an welcher Stelle die Unterkunft neu errichtet werden soll – und wie auch das Umfeld attraktiver gestaltet werden kann – auch vor dem Hintergrund der neuen, konkurrierenden Gewerbenutzung.

Leider gäbe es keine verbindlichen Vorgaben für die Qualität von Flüchtlingsunterkünften, so die GRÜNEN – aber die Stadt Hamm könnte hier Maßstäbe setzen und durch eine menschenwürdige, moderne Unterkunft ihrerseits für die Hammer „Willkommenskultur“ werben.