Salamitaktik stößt sauer auf

14.11.2014 – „Das hat mit vorausschauender, integrativer Planung wenig zu tun“, sind die GRÜNEN in Hamm-Mitte verärgert über den Umgang mit den Linden an der Marker Allee. Erst mussten Linden für die Baustelleneinrichtung und die Verbreiterung der Straße gefällt werden, dann haben die Stadtwerke bei Bauarbeiten das Wurzelwerk von fünf Linden beschädigt, die anschließend gefällt werden mussten (WA berichtete). Jetzt sollen die letzten verbliebenen sechs Großbäume auf der Südseite der Marker Allee gefällt werden. Hierfür sollen insgesamt 20 Linden nachgepflanzt werden – allerdings in einer markanten, pflegeintensiven Kastenform.

Durch diverse GRÜNE Anfragen war schon seit langem bekannt, dass die Linden nicht mehr sehr vital sind. Es wäre ehrlicher gewesen, schon bei der Planung der Hochschule und des Paracelsus-Parks den Bestand zu bewerten und eine Gesamtgestaltung vorzulegen, statt nun nach und nach Tatsachen schaffen zu wollen. Hätte die Verwaltung rechtzeitig ihre Hausaufgaben gemacht und fachübergreifend gearbeitet, hätte auch durch Wegfall der Radwegebenutzungspflicht an der Marker Allee eine andere Lösung für die Bäume gefunden werden können.
Nun sieht es für die GRÜNEN so aus, als sollten die neuen Gebäude der Hochschule nachträglich „frei gestellt“ werden und durch die Kastenform der Bäume auch späterhin gut sichtbar das Straßenbild dominieren.
Und sie befürchten, dass durch die Neupflanzung der Linden in Kastenform auf der Südseite Begehrlichkeiten auf der nördlichen Straßenseite geweckt werden. „Da weiß doch auch keiner, wie vital die verbleibenden Linden sind – und schwupps kommt die Säge auch da und die nächsten Linden in Kastenform werden gepflanzt“, blicken Siegbert Künzel und Wolfgang Ruthe sorgenvoll in die nahe Zukunft. Und weitere jährliche Pflegekosten stehen ins Haus – bei gleichzeitiger Vorgabe des Sparkämmerers, bei Pflege und Unterhalt jährlich Mittel einzusparen. „Das wird dann an anderer Stelle eingespart werden müssen“, befürchten die GRÜNEN.
Schon jetzt haben sie eine deutliche Veränderung des Mikroklimas festgestellt. Durch die starke Versiegelung und die Beseitigung der Großbäume heizt sich der Abschnitt der Marker Allee stärker als bisher auf. „Es ist fraglich, ob die Kastenbäume hier ein adäquates Mittel sind, um diese Effekte wieder zu reduzieren“, sehen die GRÜNEN die Kastenform der Bäume kritisch. Genauere Angaben z.B. über Größe und Höhe der Bäume werden in der Vorlage nicht vorgestellt.